NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS, SED NOMINI TUO DA GLORIAM

Komturei Hönningen-Koblenz

Geschichtsträchtiges Land
Die Komturei Hönningen-Koblenz liegt mitten in geschichtsträchtigem Gebiet im heutigen Neuwieder Stadtteil Oberbieber. Auch dort gibt es einen Flurbereich, der von den Einheimischen "Tempel" genannt wird. Nachforschungen zum Ursprung der Bezeichnung stehen jedoch an. Die ehemals katholische Kapelle und heutige evangelische Kirche des Ortes war einst dem Heiligen Nikolaus geweiht und nicht katholische Pfarrkirche; ihre Ursprünge liegen im Dunkeln, baulich erhalten sind hier noch die ältesten sakralen Baudenkmalteile des Kreises Neuwied.

Dem selben Heiligen war auch die definitiv von den Templern gegründete Kirche in Bad Breisig geweiht. Die Komturei liegt auch in für die Ökumene hochinteressanten Gebiet: Die Stadt Neuwied verdankt ihre Existenz einer Regelung ihres Gründers, nach der sich hier Angehörige aller Konfessionen ansiedeln durften - zu einer Zeit, in der ansonsten die Konfession des Landesherrn auch die der Landeskinder bestimmte.

Templertradition am Mittelrhein
Die Komturei des Ordens am Mittelrhein knüpft an die Tradition des alten Tempelherrenordens an, denn hier sind Komtureien im heutigen Bad Breisig und im heutigen Bad Hönningen belegt. In Bad Breisig existiert heute noch ein "Templerhof" genanntes altes Wohngebäude in der Koblenzer Straße, das nach Zerstörungen an der Stelle der alten Tempelherren-Komturei wiedererrichtet wurde. Bernard von Clairvaux fand bei seiner Werbereise für den Kreuzzug entlang des Rheines noch keine Templer vor, die Niederlassungen des Ordens datieren aus späteterer Zeit.

Es wird vermutet, dass die Gründung auf Graf Wilhelm III. von Jülich zurückgeht, der Anfang des 13. Jahrhunderts die Obervogtei über "Brysich" als Lehen erhalten hatte. Wilhelm hatte gemeinsam mit dem Grafen Heinrich von Sayn am fünften Kreuzzug teilgenommen, in dessen Verlauf die ägyptische Stadt Damiette an der Nilmündung im November 1219 nach eineinhalbjähriger Belagerung erobert werden konnte. Dabei wurde Wilhelm tödlich verletzt und soll noch im Sterben die Burg Bergstein und die Kirchen zu Nideggen und Siersdorf dem Deutschen Orden geschenkt haben.

Daraus schließt man nun, dass er auch dem Templerorden Land südlich des Fleckens "Brysich" übergeben haben könnte, zudem man von dem Kreuzfahrer Heinrich von Sayn weiß, daß er ebenfalls etwa um dieselbe Zeit Schenkungen sowohl an den Deutschen Orden als auch an die Templer tätigte. Diese Art der Förderung der bewaffneten Ordnen zur Erhaltung des Heiligen Landes war in jenen Tagen nichts Ungewöhnliches, und Wilhelm von Jülich hätte durch die Anwesenheit der streitbaren Rittermönche bei "Brysich", dieser südlichsten Position seines Herrschaftsbereichs, gleichzeitig eine starke Sicherung gegeben.

Bedeutende Komturei
Die Bedeutung der Komturei zu "Brysich" manifestierte sich in einer weitläuftigen Anlage mit einem hochgiebeligen Wohnhaus, einer Kapelle und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Die einst prachtvolle, mit gotischem Laubwerk ausgeschmückte Donatus-Kapelle aus der Zeit um 1245 stand südlich des Wohnhauses und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen. In ihr behüteten die Templer eine Kreuzreliquie, die sie von "Outremer", so bezeichnete man im Mittelalter das Heilige Land, mitgebracht hatten. Sie befindet sich heute in der Pfarrkirche St. Marien, wo sie seither alljährlich am 14. September zum Fest Kreuzerhöhung verehrt wird.

In diesem Zusammenhang tritt neben der wirtschaftlichen Bedeutung der Templer für das alte Brysich auch die religiöse Einflussnahme hervor. So verdankt die ehemalige Nikolauskapelle, ein Vorgängerbau der Marienkirche, ihre Entstehung ebenfalls diesem Ritterorden. Der rechteckige profane Wohnbau der einstigen Kommende präsentiert sich dem heutigen Besucher in seiner zweistöckigen Gestalt entsprechend der seines Umbaus aus dem Jahre 1657, als das Anwesen bereits den Johannitern gehörte. Das alte Templerhaus wurde während des Dreißigjährigen Krieges teilweise zerstört. Ein verwittertes Wappen und ein Steinkreuz mit einer Buchstabenreihe als Umschrift über der Eingangstür erinnern an diese Zeit, als vermutlich ein gewisser Heinrich von Warsberg, dessen Geschlecht von 1571 bis 1654 die Burg Rheineck besaß, hier Komtur war, wenn man die Buchstabenreihe

" H. M. V. W. R. M. 0. R. C. Z. T. A. B. S. S. V. W."

als "Henricus Miles von Warsberg-Rheineck, Militaris Ordinis Crucis "Zum Tempel" ad Briseche, Sancti Sepuleri, von Warsberg" interpretiert.

Bekannte Temlper-Namen
Aber auch aus der eigentlichen Templerzeit sind etliche Namen von Ordensmitgliedern urkundlich bekannt. So war 1245 ein gewisser Otfried Ordensmeister von Brysich, 1268 ein Meister Hildebrand. Im Jahre 1258 wird das Miglied Hugo von Merl nach Akkon geschickt, und für das Jahr 1290 werden Heinrich von Blatersten, Conrad und Gysilbert von Menden, Tilmann von Honnef und Heinrich von Dollendorf als Ordensbrüder genannt. Diese Namen belegen, dass die Breisiger Niederlassung sehr heimatbezogen war und sich vornehmlich aus Angehörigen des rheinischen Adels rekrutierte.

Werktägliches Gebetstreffen der Komturei Hönningen-Koblenz
Die Komturei Hönningen-Koblenz lädt ein zum werktäglichen Gebetstreffen in Koblenzer Kirchen, jeweils etwa ab 13.15 Uhr bis 13.45 Uhr montags bis freitags. Gemeinsam wird gemäß der Gebetsaufforderung an die Gläubigen, "ohne Unterlass" zu beten, in diesem Zeitraum in gemeinsamer oder einzelner Andacht Raum genommen, um im Alltag sich selbst an Gott zu wenden.

altEingeladen sind nicht nur Ordensmitglieder, sondern alle Interessierten. Die Durchführung ist an keine bestimmte Teilnehmerzahl gebunden und wird unabhängig davon täglich frei von den Erschienenen durchgeführt auch, wenn Ordensmitglieder zur Betreuung der Veranstaltung terminlich verhindert sind, ist der Gebetsaufenthalt immer alles andere als vergebens. Wir nutzen dazu das Angebot der Kirchen, die zum Gebet ihre Pforten geöffnet haben. Um den genauen Ort der jeweiligen Veranstaltung zu erfahren, wird um Anfrage per E-Mail an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. gebeten.

 

Neuigkeiten

Liebe Besucher dieses Internetauftrittes, liebe Freunde der christlichen Templer,

auch in diesem Jahr am 22. Dezember werden wieder Templer der Komturei St. Nikolaus Hönningen-Koblenz Pfadfinder dabei unterstützen, das Friedenslicht aus Bethlehem an alle Menschen weiterzugeben, die es als Symbol für die weihnachtliche Friedensbotschaft empfangen möchten.

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Mit dem 13. Oktober 2017 jährt sich zum 710. mal der Tag, an dem die Mitglieder des historischen Templerordens in Frankreich verhaftet und eingekerkert wurden.

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