NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS, SED NOMINI TUO DA GLORIAM

Gedanken zum 13. Oktober

Mit dem 13. Oktober 2017 jährt sich zum 710. mal der Tag, an dem die Mitglieder des historischen Templerordens in Frankreich verhaftet und eingekerkert wurden.

Und wieder ist es ein Freitag! Auf den Befehl König Philipp IV. wurde diese groß angelegte Aktion durchgeführt.

Es ist der König, auf dessen Anweisung hin auch Papst Bonifatius VIII. körperlichen Misshandlungen ausgesetzt worden war, an deren Folgen er schließlich verstarb und der die Juden Frankreichs im Jahre 1306 enteignete und auswies.

Im Schutze der Nacht drangen seine Schergen in die Ordenshäuser ein, überrumpelten die schlafenden Ordensbrüder, nahmen sie gefangen und beschlagnahmten das Eigentum des Ordens. Hiermit begann für diese ein fünfjähriges Martyrium, welches auch heute noch als einer der größten Justizskandale angesehen wird.

Die Handlung Philipps entbehrte jeglicher Legitimation, da der Orden ausschließlich der Gerichtsbarkeit des Papstes unterstand und basierte auf erdichteten Vorwürfen.

Bis in den März des Jahres 1312 zog sich der Prozess hin und endete mit der Auflösung des Ordens durch Papst Clemens V. in einem Verwaltungsakt, ohne die Schuld auch nur zu einem der Anklagepunkte zu bestätigen.

In diesem Zeitraum waren die Ordensbrüder schlimmsten Folterungen und unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt, deren Schilderung den Rahmen sprengen würde. Eigentlich könnte man somit den Templerorden als Relikt des Mittelalters und Teil dessen Geschichte ansehen, gäbe es nicht auch heute noch Menschen, die sich von diesem Orden angezogen fühlen. Hierbei sind nicht die gemeint, die sich auf Mittelalterfesten ein Kostüm überziehen und sich dadurch für einige Stunden als Burgherr oder Robin Hood fühlen.

Vielmehr geht es um die, die auch in unserer heutigen Zeit christliche Werte und ritterliche Tugenden noch wertschätzen und denen es eine Verpflichtung ist, den Ordensbrüdern nachzueifern, die auf Eigentum, Selbstbestimmung und Annehmlichkeiten des Lebens verzichteten und sich ausschließlich in den Dienst für ihren Glauben stellten. Stets bereit auch ihr Leben dafür zu opfern.

Natürlich sind die Methoden des Mittelalters heute tabu. Der Kampf geht jedoch weiter und es genügt nicht, die Faust in der Tasche zu ballen. Anstatt Schwertern haben wir heute stärkere Waffen – nämlich das Wort und die Kraft uns vor Mitmenschen zu stellen, die Hass, Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt sind. Wir wollen dort aktiv sein, wo wir unvoreingenommen und ohne auf Rasse, Religionszugehörigkeit, Hautfarbe, Alter und gesundheitliche Einschränkungen zu achten, auf andere Menschen zugehen können. Es werden hierzu auch keine neuen Projekte durch uns erforderlich, die wiederum Zeit für Organisation und Formalien verschlingen würden. Es gibt genügend Organisationen (wie z.B. der Interkulturelle runde Tisch in Worms) in denen wir uns engagieren können, wobei es nicht unser Bestreben ist, uns in den Vordergrund zu drängen, sondern wir wollen uns an dem Wahlspruch des historischen Ordens orientieren: Nicht uns Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre (Psalm 115).

Was wir benötigen ist aber unsere Ordensgemeinschaft die uns Kraft und die Möglichkeit der Selbstreflexion gibt.

Der 13. Oktober 1307 war nicht der Beginn der endgültigen Vernichtung des Templerordens, sondern die Grundlage diesen, als Phoenix aus der Asche der Scheiterhaufen, auf denen die Ordensbrüder verbrannt wurden, neu entstehen zu lassen. Als Glaubens- und Wertegemeinschaft unserer heutigen Zeit.

Dafür setzen wir uns ein und wollen verhindern, dass sich jemals wieder ein Philipp (oder Adolf) über Menschenrechte und –würde hinwegsetzen kann.

H. Laudenklos KCTJ

Worms, im Oktober 2017

 

 

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